Die Uteruskürettage, auch diagnostische oder therapeutische Kürettage genannt, ist ein gynäkologischer chirurgischer Eingriff, bei dem Gewebe aus der Gebärmutterhöhle entfernt wird. Der Eingriff kann aus diagnostischen oder therapeutischen Gründen durchgeführt werden und erfolgt in der Regel unter Vollnarkose oder Sedierung.
Wann ist eine Uteruskürettage angezeigt?
Der Gynäkologe kann in folgenden Fällen eine Kürettage empfehlen:
➤ Diagnostische Verwendung:
- Untersuchung abnormaler Vaginalblutungen, insbesondere bei Frauen in der Perimenopause oder Postmenopause.
- Suchen Sie nach Endometriumhyperplasie, Polypen oder neoplastischen Läsionen.
- Gewinnung von ausreichend histologischem Material, wenn eine Endometriumbiopsie mit Pipelle nicht ausreicht
➤ Therapeutische Anwendung:
- Entfernung von Restgewebe nach einer Fehlgeburt oder Geburt.
- Behandlung von Gebärmutterblutungen, die nicht auf Medikamente ansprechen.
- Entfernung des hyperplastischen Endometriums in Fällen von Hyperplasie mit oder ohne atypische Zellen, hauptsächlich zur sofortigen Blutstillung und histologischen Untersuchung.
- Ergänzende Behandlung einer chronischen oder komplizierten Endometritis, insbesondere wenn trotz antibiotischer Behandlung Gewebereste oder eine anhaltende Entzündung vorhanden sind.
Wie das Verfahren durchgeführt wird
- Die Patientin wird in eine gynäkologische Position gebracht und es wird eine entsprechende Anästhesie verabreicht.
- Der Gebärmutterhals wird mit Dilatatoren schrittweise erweitert.
- Zur Entfernung des Endometriumgewebes wird ein spezielles Instrument (Kürette oder Absaugkanüle) eingeführt.
- Die Dauer des Eingriffs beträgt in der Regel 15 bis 30 Minuten.
Nutzen und Risiken
Vorteile:
- Sofortige Linderung von Gebärmutterblutungen.
- Diagnose pathologischer Zustände wie Hyperplasie, Polypen oder Krebs.
- Entfernung von Gewebe, das Entzündungen oder Blutungen verursacht.
Risiken:
- Verletzung des Gebärmutterhalses oder Perforation der Gebärmutter.
- Infektion oder Entzündung.
- Asherman-Syndrom (Endometriumverwachsungen), insbesondere bei wiederholter oder aggressiver Kürettage.
Nachsorge nach dem Schaben
- Es wird empfohlen, körperliche Anstrengungen für einige Tage zu vermeiden.
- Bis zur vollständigen Heilung der Gebärmutterschleimhaut sollten keine Tampons verwendet und kein Geschlechtsverkehr durchgeführt werden.
- Es kann zu leichten Blutungen oder Krämpfen kommen, diese klingen jedoch allmählich ab.
- Bei jedem schwerwiegenden Symptom (Fieber, starke Schmerzen, übelriechender Ausfluss) ist eine sofortige ärztliche Untersuchung erforderlich.
Alternative Methoden
- Hysteroskopie: Es ermöglicht eine sofortige Übersicht und gezielte Entfernung pathologischer Läsionen mit weniger Trauma.
- Medikamentöse Behandlung: Bei Hyperplasie oder Gebärmutterblutungen können Gestagene oder andere Hormontherapien als erste Wahl verabreicht werden, vor allem bei Frauen, die eine invasive Behandlung vermeiden möchten.
Abschluss
Die Uteruskürettage ist ein sinnvolles und sicheres Verfahren, wenn sie mit entsprechender Indikation und unter fachärztlicher Anleitung durchgeführt wird. Sie ist ein wichtiges Instrument sowohl für die Diagnose als auch für die Behandlung gynäkologischer Erkrankungen wie Hyperplasie, anhaltender Blutungen und komplizierter Endometritis. Bei entsprechender Überwachung und Pflege trägt sie wesentlich zur Wiederherstellung der gynäkologischen Gesundheit bei.
